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Kölner Stadt-Anzeiger online vom 12.02.2010

erstellt am: 12.02.2010 | von: isbadmin | Kategorie(n): Allgemein

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet über die Sprachheilpädagogin Ien Svea Bäumler

Von Claudia Hauser, 12.02.10 – direkt zum Artikel

Die Sprachheilpädagogin Ien Svea Bäumler vermittelt Techniken für souveränes und ausdrucksvolles Sprechen. Der Klang einer Stimme beeinflusst die Wirkung auf andere Menschen, eine schönere Stimme lässt sich antrainieren.

Köln – Eigentlich hat Annika Köster eine angenehm klingende Stimme. Aber sobald die Psychologin Anspannung spürt, wird ihre Stimme höher und schriller – und sie selbst unsicher. Sie wirkt dann atemlos und ihr badischer Akzent ist deutlich hörbar, genau wie die typisch süddeutsche Satzmelodie. „Ich kann meine Stimme absolut nicht leiden“, sagt die 35-Jährige. Als selbstständige Unternehmensberaterin muss sie sich oft gegen männliche Konkurrenz durchsetzen – auch stimmlich.

Annika Köster hat sich für ein Sprechtraining entschieden, um souveräner und ausdrucksvoller sprechen zu lernen. Außerdem möchte sie „reines Hochdeutsch“ sprechen, nicht jeder soll gleich hören, dass sie aus Süddeutschland stammt. „Wie wir auf andere wirken, wird überwiegend durch unsere Stimme beeinflusst“, sagt die Sprechtrainerin und Sprachheilpädagogin Ien Svea Bäumler. „Der Klang einer Stimme entscheidet mit darüber, ob wir jemanden als kompetent und vertrauenswürdig einschätzen – auch, ob wir ihn sympathisch finden.“ Anspannung könne man ebenso hören wie Verunsicherung. „Die Stimmung eines Menschen ist immer auch über die Stimme wahrnehmbar.“

Eine schöne Stimme lässt sich antrainieren

Im Gegensatz zu der Form der Lippen oder der Farbe der Augen ist die Stimme wandelbar. Sie kann durch Training und die richtige Technik leistungsfähiger werden. Jeder kann eine schönere Stimme entwickeln. Damit Annika Kösters Stimme voller und in aufregenden Situationen nicht höher wird, hat die Stimmtrainerin bestimmte Übungen mit ihr erarbeitet. „Momm“ und „Mamm“ übt die 35-Jährige nun jeden Morgen. Spannungen sollen so gelockert werden und sie lernt, ihrer Stimme „mehr Raum“ zu geben. Durch Übungssätze wie „Sieben Wiesel sah sie auf der Wiese hausen“ lernt sie, das typisch badische stimmlose „s“ stimmhaft auszusprechen. Inzwischen sagt Annika Köster auch nicht mehr „König“, sondern „Könich“.

Zehn bis zwanzig Stunden setzt Ien Svea Bäumler für ein Sprechtraining an. Sie vermittelt Atem- und Sprechtechniken und versucht, Stimme und Sprechweise so zu trainieren, dass sie die Persönlichkeit ihrer Kunden unterstreichen. „Die Entwicklung der eigenen Wahrnehmung, die sehr von der Fremdwahrnehmung abweichen kann, spielt eine große Rolle“, sagt die Trainerin, die auch akzentfreies Sprechen mit Menschen übt, die beispielsweise aus Russland kommen. Wenn Annika Köster ihr Training beendet hat, soll sie jederzeit hochdeutsch sprechen können, wenn sie es für nötig hält. Einen ersten Erfolg kann sie schon für sich verbuchen. Ein Kollege sagte nach einer gemeinsamen Präsentation: „Du hörst dich auf einmal so geschliffen an.“ Das, so sagt sie, hat sie als großes Kompliment aufgefasst.

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